Service-Navigation

Suchfunktion

Runder Tisch Schwarzwild


Hintergrund

Im Dezember 2015 wurde im Landesbeirat Jagd, die Etablierung eines „Runden Tisch Schwarzwild“ beschlossen. Der Grund für diese Entscheidung sind die in den letzten Jahrzehenten rasant gestiegenen Schwarzwildbestände und die daraus resultierenden Probleme durch diese Wildart. Die stetig steigenden, jedoch zum Teil erheblich schwankenden Schwarzwildbestände führen regional zu Konzentrationen und zu einer Vielzahl von Handlungsnotwendigkeiten (Abbildung 1).​

​​Abbildung 1: Strecke des Schwarzwildes 2006/07 und 2015/16 in Baden-Württemberg

Abbildung 1: Strecke des Schwarzwildes 2006/07 und 2015/16 in Baden-Württemberg

Initiierung des Runden Tisch Schwarzwild​

Die konstituierende Sitzung fand am 15.06.2016 statt. Um Entwicklungen analysieren zu können und Richtlinien für ein zukünftiges gemeinsames Vorgehen aller Interessengruppen und Verbände zu gewährleisten, ist es sinnvoll die landesweite Abstimmung von Maßnahmen zu etablieren. Den Jagdbehörden und Vertreten der verschiedensten Verbände ist bewusst, dass eine Vielzahl von regionalen Problemen nur gelöst werden können, wenn ein gemeinsames und abgestimmtes Vorgehen auf Landesebene erreicht werden kann. ​

Die Struktur des Runden Tisch Schwarzwild​

Das Vorgehen im Rahmen des Runden Tisch Schwarzwild erfolgt in mehreren Stufen (Abbildung 2). In der ersten Stufe ist es möglich, fachspezifische Themenarbeitsgruppen zur Erarbeitung von Maßnahmen- und Richtlinienvorschlägen zu etablieren. Einzelne Arbeitsgruppen haben –bereits seit Oktober 2016 ihre Arbeit aufgenommen. In diesen werden mit Hilfe von Fachreferenten und Experten  Analysen vorgenommen und Lösungsansätze erarbeitet. Diese Vorschläge werden dann zur Umsetzung im Rahmen eines landesweiten “Runden Tisch Schwarzwild“ mit Beteiligung aller Institutionen und Interessenverbänden genutzt, um abgestimmte Entscheidungen als Richtlinienvorschläge der Politik für mögliche Entscheidungsprozesse  zur Verfügung zu stellen. Ziel ist es Themen dort zu bearbeiten, wo Weichenstellungen auf Grund der Zuständigkeiten erfolgen können. In der nachgeordneten zweiten Ebene (Regionale Runde Tische Schwarzwild auf Landkreisebene), wird es dann möglich, aktuelle Informationen, Richtlinien, Informationen zu Kooperationsstrukturen und entsprechende Entwicklungen an die Basis zu vermitteln und bereit zu stellen. Gleichzeitig bietet diese Stufe die ​Möglichkeit, Erfahrungen aus der Praxis in die übergeordneten Ebenen zu spiegeln und   in dortige  Entscheidungsprozesse einfließen zu lassen.  Erste Ergebnisse in den Arbeitsgruppen sind beispielsweise in der Arbeitsgruppe Veterinär, in der die Etablierung der Sachverständigengruppe nach Art. 15 Abs. 2 der RL 2002/60/EG erfolgte. In dieser werden gegenwärtig Maßnahmenkataloge und  Umsetzungspläne (Tilgungsplan) im Falle eines möglichen Seuchengeschehens der Afrikanischen Schweinepest (ASP) erarbeitet und abgestimmt. In der Arbeitsgruppe Landwirtschaft gab es eine Analyse der Wildschadenssituation und –entwicklung. Hier werden gegenwärtig Fachempfehlungen zur im Koalitionsvertrag vereinbarten Novellierung des JWMG erarbeitet. Die in der Arbeitsgruppe jagdliche Praxis von den verschiedenen Fachreferenten der Verbandsgruppen geäußerten Hemmnisse für eine erfolgreiche Reduzierung der Schwarzwildbestände werden gegenwärtig analysiert und entsprechende Maßnahmen zum Abbau dieser erarbeitet.

Abbildung 2: Schema der Konzeption des Runden Tisches Schwarzwild

Abbildung 2: Schema der Konzeption des Runden Tisches Schwarzwild

Abbildung 3: Arbeitsgruppen mit Themenarbeitsfeldern (Beispiele) im Rahmen des Runden Tisch Schwarzwild

Abbildung 3: Arbeitsgruppen mit Themenarbeitsfeldern (Beispiele) im Rahmen des Runden Tisch Schwarzwild

Zusammenfassung​

Die Schwarzwildbestände sind in Baden-Württemberg seit vielen Jahren steigend. Die damit einhergehenden Probleme, wie bspw. im Wildschadensbereich, entwickeln sich entsprechend und führen vor Ort zu vermehrten Konflikten. Der Runde Tisch Schwarzwild auf Landesebene wurde durch den Landesbeirat Jagd beschlossen und arbeitet seit Oktober 2016 in mehreren Arbeitsgruppen an verschiedenen Schwerpunkten des Schwarzwildmanagements. Ziel ist es, durch Stärkung der lokalen Ebenen vor Ort, die Reduktion von Schwarzwildbeständen zu befördern, Hindernisse abzubauen und die Kommunikation zwischen den Akteuren in der Fläche zu fördern. Hierfür sollen auf der Landesebene die notwendigen Weichen gestellt werden, um auf der Lokalebene die größtmögliche Effizienz erreichen zu können.​

Fußleiste